Glaubenssache

Kirchenkreis Burgdorf, 29. November 2025
Pastor Dr. Tibor Anca. Foto: Simone Bürger

Worauf wartest du?

Worauf wartest du? – eine einfache Frage, und doch trifft sie mitten ins Herz des Advents, traditionell eine Zeit des Wartens. Wenn wir diese Frage in unserem normalen Tagesablauf hören, kann es manchmal unangenehm wirken. Sie steht für Erwartungen, die an uns gestellt werden. Im Advent können wir es aber umkehren!

Nur: der Advent ist voller Gegensätze. Viele Menschen wünschen Ruhe – und erleben doch Hektik. Man sehnt sich nach Tiefe – und stolpert doch von Termin zu Termin. Morgen beginnt diese Zeit, schön, hell, herrlich duftend und hektisch zugleich! Vielleicht lohnt es sich, gerade in dieser Zeit jeden Tag kurz stehen zu bleiben und sich zu fragen: Worauf warte ich wirklich? Dann ist diese Frage kein Druck, sondern selbst ein kleines Licht im Trubel des Lebens: worauf ich wirklich warte, dafür mache ich mich gerne auf den Weg!

Woraus wartest du, worauf warten Sie? Auf das Kommen Gottes in diese Welt? Auf Licht in der Dunkelheit? Auf einen Neuanfang? Oder einfach auf eine Zeit mit Pausen? Auf eine Zeit mit mehr Nähe, auf mehr Zeit mit Ihren Liebsten? Oder auf ein gutes Ende eines anstrengenden Jahres?

Manche Menschen warten auf sehr kleine Dinge, die für sie sehr wichtig sind, gerade in dieser Zeit. Während wir die Lichter sehen und gute Gemeinschaft erfahren, spüren andere vielleicht die eigene Einsamkeit deutlicher. Offene Augen zu haben für die, die neben uns leben ist vom Advent nicht zu trennen. Die biblische Hoffnung dieser Zeit ist eng mit dem Warten auf den barmherzigen Gott verbunden, der das geknickte Rohr nicht zerbrechen, noch das glimmende Docht auslöschen wird (Jesaja 42, 3). Worauf wartest du?

Dr. Tibor Attila Anca
Pastor der Ev.-luth. Kirchengemeinde An Aue und Fuhse und stellv. Superintendent Kirchenkreis Burgdorf

„Glaubenssache – Beiträge und Texte aus Kirche und Religion“ erscheint als Kolumne jeweils sonnabends im Marktspiegel für Burgdorf und Uetze, sowie im Marktspiegel für Lehrte und Sehnde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Kirchen schreiben Beiträge aus ihren Kirchengemeinden, Einrichtungen und Arbeitsfeldern, von ihren Erfahrungen und zu dem, was sie gerade beschäftigt.