Ich weiß, meine Meinung ist unpopulär. Nach dem letzten Wochenende erst recht: ich mag den Winter nicht. Ich gerate NICHT in Verzückung über das Winterwonderland. Ich freue mich NICHT über lange Spaziergänge durch den Schnee und Schlittschuhlaufen würde ich nicht mal freiwillig, wenn mein Leben davon abhinge.
Ich mag Sommer und Wärme und Sonnenschein.
Während also alle gerade in Fotos von Schnee und Eis schwelgen, google ich Hochbeete und plane meinem Sommer. Ich überlege, ob es wohl noch zu früh ist die ersten Gemüsesamen vorzuziehen und träume von einer reichen Tomatenernte. Doch nichts anderes bleibt es: Träume. Ich weiß nicht, wie der Sommer werden wird. Ich kann mir noch so viele Gedanken machen und Pläne schmieden. Am Ende weiß ich nicht wie es tatsächlich ist. Meine Träume vom Sommer werden niemals mit dem tatsächlichen Sommer übereinstimmen. So ist es auch mit Gottes Versprechen von einer neuen Welt. "Siehe, ich mache alles neu" heißt es in der Jahreslosung für 2026. Ich weiß nicht, wie es tatsächlich sein wird in Gottes neuer Welt. Dann, am Ende aller Zeiten. Ich kann davon träumen. Sie mir in den schönsten Farben ausmalen. Doch wenn es so weit ist, ist bestimmt alles ganz anders.
Das ist wie mit meinen Träumen vom Sommer im tiefsten Winter. Sie geben mir Hoffnung, dass es nicht so bleibt wie jetzt, dass etwas Neues kommt. Und so lange warte ich. Und Träume. Vom Neuen und vom Leben.
Und vom Sommer.
Sandra Roland, Pastorin der Gesamtkirchengemeinde Lehrter Land