So viele Karten
Der Goldene Oktober hat lange kaschiert, was der Kalender längst angezeigt hat. Der Herbst ist da. Der Winter naht. Beim Spaziergang durch unseren Ort, sehe ich es immer öfter: Pflanzenkübel, die sich in Folien hüllen, Möbel, die von den Terrassen verschwinden oder abgedeckt werden. Nun verschwinden die letzten Spuren des Sommers und die Nüchternheit des Winters setzt ein, der Garten wird winterfest.
Was bräuchte unser Miteinander, um dieses Jahr winterfest zu werden? Angesichts von Spardebatten, rauem Gesprächston in politischen und gesellschaftlichen Debatten und abgekühltem Umgang mit ‚den anderen‘ halte ich Ausschau nach Orten, die uns ‚winterfest‘ machen.
In den kleinen Orten unserer Kirchengemeinde finden sie sich - kleine Suppentreffs, ehrenamtlich organisiert, einmal die Woche, kommen Menschen in unserer umgebauten Kirche zusammen, um etwas zu essen und Gemeinschaft zu pflegen. Man muss dort nicht immer einer Meinung sein. Aber wer am gleichen Tisch sitzt und sich austauscht, bekommt vielleicht andere Sichtweisen mit als zu Hause durch die eigens zugeschnittenen Inhalte der Algorithmen. Eine Stärke von Kirche, dass sie Orte der Gastfreundschaft erhält und sich um Verständigungsorte bemüht. Im Auftrag der Bibel, die uns sagt: ‚Gastfrei zu sein vergesst nicht, denn auf diese Weise haben einige von euch schon Engel aufgenommen.‘ (Hebräer 13,2) Vielleicht braucht es genau das - Begegnungsorte, um winterfest zu werden.
Daniel Lechler, Pastor in der Kirchengemeinde An Aue und Fuhse