„Wie sieht es mit Wasser aus?“, ist eine meiner Standardfragen in Taufgesprächen. „Kein Problem, er ist eine Wasserratte!“, ist die mir liebste Antwort. Denn ein Kind zu taufen, das Angst vor Wasser hat, ist eine anspruchsvollere (aber machbare!) Aufgabe.
Sechsmal durfte ich in den ersten beiden Juliwochen taufen. Sechsmal war das Wasser kein Problem. Unerschrocken patschten Babyhände in unserer silbernen Taufschale herum. Immer glitzerten Glassteine als Symbol der guten Wünsche darin. Wir haben mit Taufwasser aus Neuruppin, Holzminden, dem Emsland und natürlich aus Ahlten getauft.
Sechsmal habe ich mit ganz unterschiedlichen Menschen das Vater Unser gesprochen, mal mit Bewegungen, mal klassisch. Mal im eigenen Garten, mal in der Kirche, einmal aufgrund des Wetters in einem Keller.
Manchmal war bei den Erwachsenen Skepsis zu spüren: „Wird das jetzt nicht komisch, wenn wir im Garten sitzen und singen?“
Sechsmal war die Predigt auf die Täuflinge und ihre Interessen zugeschnitten: Jetzt wissen wir, was Fernbedienungen, Seifenblasen, Filzstifte, Regenbögen, Schiffe und das Rastiland mit dem Glauben zu tun haben.
Dreimal kam der Taufspruch aus dem Josuabuch: „Sei mutig und stark und fürchte dich nicht.“
Unsere Gemeinde ist um sechs Köpfe gewachsen, das freut mich unglaublich, aber vor allem: Etwa 150 Menschen haben gefeiert, dass Gott uns liebt – einfach durch unser Sein und nicht durch Leistung. Was für eine tolle Botschaft haben wir da als Kirche – das ganze Jahr über und jedes Mal wieder!
Louisa Pandera
Pastorin der Ev.-luth. Kirchengemeinde Ahlten