Mit dem Rad auf dem "Grünen Band"
Gerade im Sommer unternehme ich gern Radtouren, besonders solche über mehrere Tage. Für das Gepäck genügen zwei Radtaschen und los geht‘s. Auf dem Fahrrad verändert sich das Tempo. Man ist schnell genug, um voranzukommen und langsam genug, um alles um sich herum aufzunehmen, den Wind im Gesicht, das Zwitschern der Vögel, der Duft von Wiesen und Wäldern. Seit vielen Jahren schon machen wir uns mit Freunden auf den Weg.
Vor zwei Jahren befuhren wir dann für eine Woche eine Teilstecke des „Grüne Bandes“. Wo einst die innerdeutsche Grenze trennte, hat die Natur sich den Raum zurückerobert. Seltene Pflanzen und Tiere haben hier ihren Lebensraum gefunden. Es ist ein Ort, an dem sichtbar wird, dass aus einer Trennung Neues, dass aus Verletzungen Leben entstehen kann.
Auch Gott begegnet uns oft nicht im Lärm, sondern in der Stille. Beim gleichmäßigen Radeln kann ich meinen Blick schweifen lassen. Dabei komme ich zur Ruhe. Mit jedem Kilometer bleibt der Alltagsstress weiter hinter mir und manche Last wird kleiner.
„Du zeigst mir den Weg zum Leben. Große Freude finde ich in deiner Gegenwart und Glück an deiner Seite für immer.“ Psalm 15, 11 BasisBibel
Vielleicht macht dies auch eine Radtour aus. Gott kennt den Weg. Er ist bei uns bergauf und bergab, auf geraden Strecken und an unerwarteten Abzweigungen. Er schenkt Freude an der Bewegung, am Vorwärtskommen und Entdeckungen am Wegesrand.
Heidrun Golenia, Lektorin im Kirchenkreis Burgdorf