Machen Sie To-Do-Listen, bevor Sie in den Urlaub fahren? Was alles in den Koffer muss? Für für Regen und Sonne, Medikamente, Bücher, Spielzeug, Badesachen. Eine ganze Menge ist das. Als wir noch mit unseren Töchtern in den Urlaub gefahren sind, war bei mir das Schreiben einer To-Do-Liste immer mit großer Vorfreude verbunden: bald geht es los! Wir vier, endlich mal Zeit miteinander. Lange am Tisch sitzen. Essen und reden. Spielen. Ausflüge machen. Es uns einfach gut gehen lassen. Was für eine wunderbare Aussicht! Aber oft ging es mir, wie vielen anderen: ganz so idyllisch war es dann doch nicht. Wir werden keine anderen Menschen, wenn wir zusammen Ferien machen, wir nehmen uns selbst, unsere Konflikte, unsere eigenen Vorstellungen mit in die Ferien. Und je höher die Erwartungen sind, desto tiefer ist die Enttäuschung. Deshalb ist es gut, auf die To-Do-Liste für den Urlaub nicht nur das zu schreiben, was in den Koffer kommt, sondern auch das, was zu Hause bleiben sollte: Die Erwartung, dass alles ganz anders wird als sonst. Das macht Kopf und Herz freier für das, was passieren kann, wenn zusammen Zeit verbracht wird. Wer weiß, was Sie aneinander entdecken? Und wie gut ist es, auch Zeit zu haben, Dinge auszuhandeln, mehr voneinander zu verstehen. Also: die großen Erwartungen, wie der Urlaub werden muss, die dürfen zu Hause bleiben. Aber was unbedingt mitmuss, das ist der Segen Gottes, der Sie auch im Urlaub begleitet: „Gott segne dich und deinen Weg, schenke dir ein offenes Herz und eine gute Zeit.“ Vielleicht sollte der auch mit auf die To-Do-Liste?!
Pastorin Susanne Paul
Beauftragte für Genderfragen der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, Evangelische Agentur