Mehr Ehrenamtliche für Sprachmittlung erforderlich
Geflüchteten zu helfen, mit deutscher Sprache durch den Alltag zu kommen, ist seit jeher eine zentrale Aufgabe des Migrationszentrums Hope der Diakonie und evangelischen Paulus Kirchengemeinde in Burgdorf. Für die vielen Menschen, die dieses Angebot gerne nutzen würden, fehlt es der Leitung des Migrationsfachdienst Imke Fronia und Ehrenamtskoordinator Anias Ruff momentan allerdings an Ehrenamtlichen.
"Wir können momentan nur zwei Kurse anbieten“, berichtet Ruff. Bedarf bestehe aber für weitere Kurse. In dem „Klassenzimmer“ im Paulus Kirchenzentrum am Berliner Ring 17 gebe es 15 Plätze. Die seien immer besetzt. Oft würden noch einige Stühle dazugeholt für alle, die mitmachen wollen.
Sprachunterricht entzerren, Frustration senken
Bei der Sprachvermittlung sei weniger aber mehr, sagt Fronia. Mehr Lernerfolg mit weniger Teilnehmenden. Und mehr vermittelte Alltagssprache, wenn alle, die in einem Kurs sitzen, ähnliche Voraussetzungen haben.
Derzeit müssten alle zusammengewürfelt werden, damit der Unterricht aufrechterhalten werden könne. In den Kursen lernten Menschen, die bereits seit Jahren in Deutschland sind und über einige Sprachkenntnisse verfügen, gemeinsam mit solchen, die quasi bei null anfangen. Das sei für alle frustrierend.
Auch Wolfgang Paetsch und Gudrun Peters hoffen auf solch eine Entwicklung. Die beiden ehrenamtlich Lehrenden hatten sich kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges in der Gemeinde gemeldet, weil sie Geflüchteten helfen wollten. Seitdem lehren sie Deutsch.Anfangs sei das Team wesentlich größer gewesen, sagt Fronia. Im Lauf der Jahre hätten sich aber Biografien geändert, habe manchen die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung gemacht oder sei die Elternzeit vorbei gewesen. Die Ehrenamtlichen wurden weniger. Die Anzahl derjenigen, die Sprache lernen wollten, jedoch nicht.
Keine Lehramtsausbildung notwendig
So werden neue Freiwillige gesucht. Voraussetzung für die Sprachmittlung sind lediglich die Freude an Sprache, Geduld und das Interesse an Menschen. Niemand muss eine formale Lehramtsausbildung vorweisen. „Schließlich lehren wir Alltagssprache und arbeiten nicht auf ein Zertifikat hin.“ Paetsch und Peters lassen Interessierte gerne in ihrem Unterricht hospitieren. Anias Ruff beteuert, dass viele Zeitfenster für neue Kurse offen seien. „Es wäre klasse, wenn unser Team wächst“, sagen alle Beteiligten.
Weitere Ehrenamtliche werden unter anderem für die Kreativwerkstatt, Rad & Tat und für ein Sprachcafé gesucht. Wer Ideen und Zeit für anderes hat, kann sich genauso gerne melden.
Interessierte können sich bei Anias Ruff unter Telefon 0160 5020847 oder per E-Mail an anias.ruff@evlka.desowie bei Imke Fronia unter Telefon 0160 95811235 oder per E-Mail an imke.fronia@evlka.de melden.