Das Feuer der Hoffnung
Dick fühlt sich die Luft an, dick und schwer, rauchgeschwängert.
Die Feuer brennen schon. Sie schrecken nicht ab, sondern rufen herbei.
Die Äste knacken unter der Hitze, die Glut zischt, Funken sprühen in den dunklen Himmel.
Kinder toben herum. Einige ältere Kinder freuen sich daran, mit langen Stöckern am Rande des Feuers herumzustochern. Eltern lassen sie nicht aus den Augen.
Das Osterfeuer – im Frühling ein erstes Fest draußen. Das ganze Dorf ist auf den Beinen. Endlich ist der Winter vorbei.
Die Feuerwehrleute haben mit der Aufsicht des Feuers, mit der Betreuung des Grill- und Getränkestandes alle Hände voll zu tun. Und sie hatten schon reichlich zu tun – das Brennmaterial zusammentragen und am Morgen vor dem Anzünden noch mal umschichten, damit der Igel, der Unterschlupf gesucht hat und der Vogel, der begonnen hat, ein Nest zu bauen, sich ein neues Heim suchen.
Die Bratwurst in der einen Hand, ein Getränk in der anderen, so stehen die Menschen im Feuerschein und kommen ins Gespräch miteinander: Was gibt es Neues nach dem Winter? Welche Pläne haben wir für den Sommer? Wofür wollen wir uns einsetzen?
Das ist doch was, so ein Osterfeuer – ein Zeichen für den Neuanfang – genau, wie Ostern, das Fest der Auferstehung, das Fest der Hoffnung.
Da wo die Osternacht am Samstag gefeiert wird, da wird das Osterlicht vom Osterfeuer in die Kirche getragen – „Christus, Licht der Welt“.
Da wo die Osternacht am Sonntag in der Früh gefeiert wird, da sitzt der Rauch des Osterfeuers noch in der Jacke und die Wärme des Feuers und der Begegnungen mit den Menschen im Herzen-Auferstehung.
Ein frohes und gesegnetes Osterfest wünscht
Friederike Grote
Pastorin Ev.-luth. St.-Pankratius-Kirchengemeinde