Die „Zwischenzeit“: Warum wir Pausen brauchen, bevor Neues beginnt
Es gibt Situationen, da ist etwas Altes vorbei, aber das Neue noch nicht greifbar. Ein Projekt ist abgeschlossen, ein Abschied vollzogen – doch eine Inspiration, ein Geistesblitz wie es weitergehen kann, lässt auf sich warten. Es ist eine Phase der „Zwischenzeit“.
In der christlichen Tradition stehen die Tage zwischen Himmelfahrt und Pfingsten für diesen Zustand. Die Bibel erzählt von Menschen, die in einem Vakuum festsaßen, aber an die Zusage glaubten, dass eine neue Kraft kommen wird, die alles verändert.
Was lernen wir daraus? Das Warten war der Schlüssel zum Erfolg. Als die zugesagte Kraft eintraf, löste sich die Starre schlagartig auf. Aus dem Stillstand wurde eine gewaltige Bewegung, die Menschen über sich hinauswachsen ließ.
Es ist also manchmal sinnvoll, einfach zu warten, die Leere geduldig auszuhalten und Vertrauen zu haben! Vertrauen auf die bevorstehende Veränderung. Wir können den Moment des Aufbruchs nicht vorhersehen oder gar erzwingen, aber wir können uns für ihn bereitmachen. Nutzen wir kleine Augenblicke – das Anstehen an der Kasse, den Weg zum Auto, das Warten auf die Bahn – nicht für das Smartphone, sondern zum Durchatmen. Oft klopfen die besten Impulse erst dann an, wenn wir den Raum für sie öffnen.
Lassen wir uns auf die „Zwischenzeit“ bis Pfingsten ein! Vertrauen wir darauf, dass die Energie für den nächsten Schritt bereits im Anflug und die Ruhe vorher notwendig für einen erfolgreichen neuen Aufbruch ist.
Stefan Horn, Gemeindereferent St. Nikolaus Burgdorf